Trinken wie ein Münchner – Alles über Oktoberfestbier
Ein besonderes Bier
Bevor man den Oktoberfest Maßkrug genüsslich an die Lippen setzen kann, muss das Bier erst gebraut werden.
Traditionell dürfen auf dem Oktoberfest nur Biere ausgeschenkt werden, die innerhalb der Stadtgrenzen Münchens gebraut wurden.
Zu den derzeitigen Münchner Brauereien gehören Spatenbräu, Augustiner, Paulaner, Hacker-Pschorr, Hofbräu und Löwenbräu.
Das Märzenbier (das seinen Namen vom Monat März erhält, in dem es gebraut wird) wird speziell für das Oktoberfest extra stark gebraut.
Dieses untergärige Festbier hat eine höhere Stammwürze (mindestens 13,6 %) und mit etwa 6 % einen höheren Alkoholgehalt als herkömmliches Lagerbier.
Das sollte man beim Trinken beachten, damit man das Oktoberfest nicht zu früh verlassen muss.
Das köstliche bernsteinfarbene Bier wird von den Kellnerinnen und Kellnern an den Tisch gebracht.
Es ist eine absolute Höchstleistung, die gefüllten Krüge und das Essen durch die langen Gänge der Bierzelte zu tragen.
Je mehr Krüge eine Kellnerin auf einmal auf dem Oktoberfest zu den Tischen tragen kann, desto mehr Geld verdient sie pro Runde.
So wird das Maßkrugschleppen tatsächlich zu einem Leistungssport.
Bis zu 18 Bierkrüge und damit 41,4 kg werden manchmal getragen.
Wer es ausprobieren möchte, findet die passenden Krüge in unserem Laden oder auf unserer Webseite.
Aber immer vorsichtig gehen – die Regel ist, dass man nur Trinkgeld bekommt, wenn man volle Krüge servieren kann.
Im Jahr 2019 (das letzte Jahr vor COVID) wurden erstaunliche 7,3 Millionen Liter Bier an die Tische geliefert und getrunken.
Um sich das vorzustellen, hier eine kleine Visualisierung: 7,3 Millionen Maß Bier füllen mehr als drei olympische Schwimmbecken.
Hier sind einige Trinkregeln:
- Es ist völlig in Ordnung, zum Frühstück ein Bier zu trinken. Das Bier auf dem Oktoberfest wird von 9 bis 23 Uhr ausgeschenkt und ist von den Kalorien her schon eine Mahlzeit für sich.
- Die Maß sollte mit einem Liter köstlichem Bier gefüllt sein. Achten Sie darauf, dass das Bier bis zum Aufdruck in Ihren Maßkrug gegossen wird, und dann kann es losgehen.
- Fassen Sie den Maßkrug mit einer Hand (um Prellungen zu vermeiden) und heben Sie ihn hoch. (Die Einhandhaltung zeigt auch Stärke.) Nun legen Sie all Ihre Kraft in den Hebearm, schauen Ihren Trinkfreunden in die Augen und stoßen leicht mit den Gläsern an. Vergessen Sie nicht, "Prost!" zu sagen.
(erstes Bild "Trinken wie ein Bayer"; zweites "Trinken wie ein nicht so starker Bayer"; drittes Bild "Trinken wie ein Tourist")
- Hier gehen die Meinungen auseinander – das Glas vor dem Trinken abstellen oder nicht? Manche sagen, dass durch das Abstellen des Glases der Bierüberlauf abgewischt wird und nicht auf Dirndl oder Lederhosen läuft. Andere sagen, dass man durch das Abstellen des Glases den ganzen Tisch anstößt. Wieder andere behaupten, dass durch das Abstellen das Anstoßen zurückgenommen wird. (Tipp: Beobachten und Nachahmen der Einheimischen).
- Wichtig ist auch, den Bierkrug nicht vollständig zu leeren. Um zu zeigen, dass man sich auskennt, lässt man den sogenannten "Norgerl" im Bierglas. Niemals frisches Bier auf den letzten Schluck gießen, auch wenn die Kellnerin mit dem frisch gezapften Bier etwas länger braucht.
- Egal wie durstig Sie sind, es ist verboten, auf der Wiesn Bier in einem Zug zu trinken (d.h. zu stürzen). Wenn Sie es trotzdem tun, erhalten Sie beim ersten Mal eine Verwarnung. Wenn trotz Verwarnung ein weiterer Trinkgefährte am selben Tisch sein Bier in einem Zug leert, wird der ganze Tisch rausgeschmissen! Bier ist ein Genussmittel, kein Rauschmittel!
Abschließend das Trinkritual im Wiesn-Zelt (Bierzelt auf dem Oktoberfest):
Der Kapellmeister beginnt das Ritual mit den Worten: "Krüge hoch!"
Wer diesen Artikel gelesen hat, weiß inzwischen, wie diese Anweisung zu befolgen ist. Halten Sie den deutschen Bierkrug in einer Hand und heben Sie ihn hoch.
Nun wird das berühmte Lied „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ gespielt.
An diesem Punkt, wenn das ganze Zelt „Ein Prosit! Ein Prosit! der Gemütlichkeit! Ein Prosit! Ein Prosit der Gemütlichkeit! Oans, zwoa, drei - g'suffa!“ singt, wenden Sie sich Ihrem Nachbarn zu und stoßen an (wie oben beschrieben).
Nun darf man den wohlverdienten Schluck genießen und sich wieder hinsetzen, bis das Ritual erneut beginnt.
Das Lied „Ein Prosit“ soll von Bernhard Traugott Dietrich geschrieben worden sein, der Ende des 19. Jahrhunderts in Chemnitz (was nicht in Bayern liegt) die einprägsame Melodie und die eingängigen Zeilen erfand.
Vergessen Sie nicht, Ihren Oktoberfest Maßkrug zu bestellen und zu genießen. Prost!

